Individuelle
Berufsfindung

Vom VWL-Studenten zum Kapitän:
Richard Strecker aus Freiburg

Wie genau es im Seminar zu Richards Entscheidung kommt, Kapitän zu werden, ist im Nachhinein nicht mehr zu klären. Es war wohl nicht die Inspiration von der oben erzählten Geschichte von der Krankenschwester zur Kapitänin. Zwischen beiden Fällen liegen auch zehn Jahre.

Doch zu Richards Geschichte: Richard ist 22 Jahre alt, hat ein Semester VWL studiert und abgebrochen. Danach absolvierte er seinen Zivildienst und kommt im Dezember 2009 ins Seminar – ohne jede Vorstellung, was aus ihm werden könnte. "Lass die mal machen", denkt er. Stunden später schaut er die Berufsvorschläge durch, sieht "Kapitän" und denkt: "Das passt."

Doch ein Praktikumsplatz ist gar nicht so leicht zu bekommen. Am 1. März 2010 möchte er losschippern, hat aber bis zum 26. Februar keine Zusage. Er ruft bei einer Reederei an. Die bestellt ihn zum 1. März zum Vorstellungsgespräch. Am 2. März erhält er am Telefon die Antwort, er könne am kommenden Tag von Glasgow aus losfahren. Am 3. März fliegt Richard von Stuttgart nach Glasgow und besteigt dort ein Schiff mit sechs Ukrainern und einem Russen.

An Bord macht er alles von Rost klopfen und Lackieren bis Arbeiten auf der Brücke und im Maschinenraum. Nach fünf Monaten auf Tour zwischen Spanien, England, Frankreich, Hamburg und Holland setzt das kleine Frachtschiff ihn wieder auf einer Insel an der deutschen Ostseeküste ab.

Richard zieht von Freiburg nach Ostfriesland, schreibt sich an der Fachhochschule Leer ein und beginnt sein Nautikstudium etwa neun Monate nach dem Seminar.

Richard Strecker

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