ChangeX (7.11.02)
Vom Hobby zum Beruf
Jobs für Nachteulen und Jobs für Beratertypen, die neuen Bücher von Uta Glaubitz
von Nina Hesse
Viele Menschen stellen irgendwann fest, dass ihr Beruf ihnen keinen Spaß mehr macht – und schleppen sich angeödet durch den Alltag. Doch zum Wechseln ist es, so Glaubitz, nie zu spät. Ihre Bücher helfen, die für einen selbst optimale Nische in der Berufswelt zu entdecken.
Im normalen Büroalltag werden sie nicht richtig glücklich, die Nacheulen. Morgens sind sie muffelig und schläfrig, erst am späten Nachmittag werden sie so langsam munter. Dass sie um Mitternacht in Hochform sind, bekommt der Chef leider nicht mehr mit. Für Nachtaktive gibt es eigentlich nur eine Lösung: Jobwechsel – in einen Beruf, der unabhängig von der Tageszeit ausgeübt werden kann oder der ohnehin spät am Tag ausgeübt wird! Wem nicht auf Anhieb der passende Job einfällt, der kann sich bei Uta Glaubitz Anregungen holen.
In ihrer bewährten Ratgeber-Reihe, die schon Leseratten, Globetrottern und Filmfreaks den Weg zur optimalen Stelle gewiesen hat, ist nun auch Jobs für Nachteulen erschienen. Wie immer ist ihr Schlachtruf: „Machen Sie Ihr Hobby zum Beruf!“, und in Vor- und Nachwort ermutigt sie dazu, nicht im ungeliebten Alltagstrott auszuharren, sondern kühn auch mal was Neues auszuprobieren.
Mehr Möglichkeiten, als man denkt
Auch im neuen Band hat Glaubitz eine verblüffende Vielzahl von Tätigkeiten ausgegraben, in die sich Berufswechsler mit vertretbarem Aufwand hineinstürzen können. In Reportagen und Interviews stellt sie ein paar Dutzend davon vor: Croupiers gehen jede Nacht rein beruflich ins Casino, Somméliers helfen bei der Auswahl des perfekten Weins, Society-Reporter halten auf Partys die Augen auf und Radio-Moderatoren plaudern spät nachts mit Call-in-Gästen. Morgens ausschlafen können auch Roadies, Filmvorführer, Krimiautoren, Schlafwagenschaffner und Astronomen.
Spannend, was in den Berichten über den Alltag in all diesen Berufen zu erfahren ist, und als Interviewpartner konnte Glaubitz auch Branchengrößen wie Radio-Talker Jürgen Domian oder den Journalisten Heiner Bremer gewinnen.
Eine witzige Idee ist der Anhang, „Wie Sie trotz Nachtarbeit gesund bleiben.“ Denn der Schlafrhythmus einer Nachteule will gekonnt austariert sein, sonst droht Dauermüdigkeit. Und auch Tipps, wie man den Teint schont und den tagsüber arbeitenden Freundeskreis pflegt, fehlen nicht.
Guter Rat muss nicht teuer sein. Während die Berufe der Nacheulen zuweilen schon ein wenig halbseiden daherkommen, ist im zweiten neuen Band Jobs für Beratertypen eher Seriosität angesagt. Denn als Berater hat man automatisch Kundenkontakt, muss überzeugend und vertrauenswürdig wirken. Ob als Personal-, Existenzgründungs-, Logistik- oder Outplacementberater. Und als Managementberater oder Medientrainer natürlich erst recht. Während manche der ersten Bände die einzelnen Jobs arg kurz anrissen, ist diesmal sehr gelungen, wie ausführlich Glaubitz die einzelnen Berufsbilder vorstellt und durch Infokästen ergänzt.
Wer sich durch die Reportagen und Empfehlungen durchgearbeitet hat, weiß zumindest in groben Zügen, was er mit seinem Talent, Wissen zu vermitteln und gemeinsam mit dem Kunden Lösungen umzusetzen, anfangen könnte. Wie immer schlagen Glaubitz & Co. Tätigkeiten für die unterschiedlichsten Qualifikationen vor: Wer sich nicht vorstellen kann, in den wirtschaftsnahen Beratungsberufen Erfüllung zu finden, für den ist vielleicht ein Job in der Ehe-, Schuldner- oder Ernährungsberatung das Richtige.
Zitty (2/03)
Glücklicher arbeiten
Die meisten Menschen arbeiten acht Stunden am Tag, mindestens fünfmal die Woche und das über zwölf lange Monate. Das macht rein rechnerisch rund 1.920 Stunden – abzüglich Urlaub. Das bedeutet: Ein Fünftel der 8.064 Stunden, die das Jahr hat, arbeiten wir. Nur, wer einen Job hat, der ihm liegt und ihm Spaß macht, übersteht das ohne Depressionen. Der Rest schleppt sich jeden Tag aufs neue mufflig an seinen Arbeitsplatz.
Gehören Sie etwa auch zu den Menschen, die erst ab 22 Uhr zu Höchstform auflaufen, aber vor 13 Uhr nicht ansprechbar sind? Vergessen Sie Jobs mit der üblichen Kernarbeitszeit von zehn bis 16 Uhr. Da hilft nur ein Jobwechsel. Wie wäre es mit einer Tätigkeit als Nachtfotograf, Society Reporter oder Barkeeper? Selbst Schlafwagenschaffner muss es geben.
Oder gehören Sie zu denen, die ihre Umwelt damit nerven, dass sie immer alles besser wissen? Trendberater, Astrologe, Medientrainer – sie alle sollten gut zuhören und weise Ratschläge geben können. Mit den Titeln Jobs für Nachteulen und Jobs für Beratertypen hat Uta Glaubitz zwei Ratgeber geschrieben, die Menschen unterschiedlichster Qualifikationen helfen dürften, dem ungeliebten Alltagstrott zu entgehen und sich in neue Aufgaben zu stürzen.
Die Autorin liefert nicht nur ausführliche Jobbeschreibungen; sondern auch erfrischende Erfahrungsberichte von Menschen, die es gewagt haben, ausgefallene Wege zu beschreiten. Darüber hinaus helfen die Ratgeber auch aus dem Wirrwarr der Entscheidungsunfähigkeit heraus: Was kann ich, was will ich erreichen, was liegt mir? Diese Fragen werden im hinteren Teil des Buches beantwortet. Auch eventuell auftretende Probleme werden schon im Vorfeld benannt. Und Amüsantes findet sich im Anhang, „Wie sie trotz Nachtarbeit gesund bleiben und wie sie nachts nicht nur wach, sondern auch schön aussehen können." Sehr aufschlussreich. / Stephanie Dumack
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