Individuelle
Berufsfindung

Leseprobe - Jobs für Sportfreaks

No Sports!
Winston Churchill auf die Frage, wie er sich im hohen Alter fit hält.

Mit Sport sein Geld verdienen

Werden Sie unruhig, wenn Sie zu lange sitzen? Ist Sport für Sie mehr als die schönste Nebensache der Welt? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, aus dieser Leidenschaft einen Beruf zu machen? Dann hilft Ihnen dieses Buch, den Job zu finden, der zu Ihnen passt.

Wenn Sie sportbegeistert sind, bieten sich zahlreiche Karrieren an: Denken Sie nur an Trainer und Coaches, die ihre Schützlinge jeden Tag zu Höchstleistungen animieren. Denken Sie an Radio- und Fernsehreporter, die Sportereignisse in aller Welt kommentieren, Interviews mit berühmten Athleten führen und durch große Sportereignisse wie die Olympischen Spiele oder Weltmeisterschaften führen. Denken Sie an Schiedsrichter, Sportreiseveranstalter und -begleiter, persönliche Trainer und Animateure. Für die ganz Fitten (und Jungen) kommt außerdem eine Karriere als Profisportler in Frage.

Auf den folgenden Seiten begegnen Sie Leuten, die sich in diesen Bereichen betätigen - sportlich und beruflich. Dabei machen wir Sie mit zahlreichen, ganz unterschiedlichen Berufen bekannt: von Talentscout über Spielergewerkschafter, Sportlerberaterin, Sponsoringexperte bis hin zur Sportmodels-Vermittlung.

Worum geht's?

"Arbeit muss weh tun". Und: "Qualität kommt von quälen". Mit diesen und ähnlichen Sätzen sind die meisten von uns groß geworden. Kein Wunder also, dass viele blockiert sind, wenn es darum geht, ein eigenes Berufsziel zu finden, das nicht nur das nötige Kleingeld ins Portemonaie schafft, sondern auch Spaß macht und ein erfülltes berufliches Leben verspricht.

Traditionell läuft Berufsfindung etwa so: Der Berufssuchende fragt sich

• Was könnte ich mit dieser oder jener Ausbildung werden?
• Welche Planstellen könnte es für mich geben?
• Was kann ich mit meinem Schulabschluss werden?
• Was kann ich mit meinem Notendurchschnitt studieren?
• Was kann ich mit meinem Studium werden?
• Was für Weiterbildungen werden vom Arbeitsamt angeboten?
• Was raten meine Eltern, meine Freunde, mein Partner, meine Partnerin?
• In welchen Berufen hat man heute die größten Chancen?

Leider helfen solche Fragen überhaupt nicht dabei herauszufinden, welcher Job wirklich zu Ihnen passt. Daher geht dieses Buch anders vor. Es fragt: Was für ein Typ sind Sie? Und welcher Beruf passt dazu? Zur Anregung finden Sie zahlreiche Berichte über Leute, die mit Sport ihr Geld verdienen. Und eine Anleitung, wie man aus der Begeisterung für Fitness, Gesundheit und Bewegung einen Job macht.

Dabei kommt es nicht darauf an, ob Sie bereits in einem Beruf arbeiten - und möglicherweise keinen Spaß daran haben - oder ob Sie als Schülerin, Student oder Arbeitsloser auf der Suche sind nach einer Tätigkeit, die zu Ihnen passt.

Berufliche Chancen für Sportfreaks

Sport ist nicht einfach nur Bewegung. Was früher ein harmloses Vergnügen war, ist heute millionenschweres Geschäft: Freizeitsportler sind heiß umworbene Konsumenten von Ausrüstungen, Ernährungsprodukten, modischen Outfits und Accessoires. Sie sind außerdem gefragt als Teilnehmer von Sportreisen (Reiten in Arizona, Surfen in der Bretagne), als Vereinsmitglieder und Wettkampfteilnehmer. Große Sportstudiobetreiber wie Healthland, Jopp und TC mieten Räume, investieren in Versicherungen, Geräte und Personal.

Leistungssportler wie Jan Ullrich, Henry Maske, Steffi Graf, Boris Becker, Franziska van Almsick, Michael Schumacher und natürlich die Fußballer sind millionenschwere Werbeträger - manche noch nach ihrer aktiven Zeit. Fitness-Gurus wie Ulrich Strunz geben Tagesgagen von 20.000 Euro an.

Natürlich sind nicht alle Sportjobs glamourös. In den 6.500 bundesweiten Fitness-Studios arbeiten Geschäftsführer, Marketing-Fachleute, Projekt-Manager, Kundenbetreuer, Trainer, Aerobic-Instructoren und Servicepersonal. Auch Sportlehrer wie Ski-, Snowboard- und Reitlehrer, Boxtrainer und Bergwanderführer verdienen mit dem Sport ihr Geld. Wer Sport mag aber die Bewegung scheut, kann bei großen Sportfirmen wie Nike, Reebok und Adidas als Verkäufer, Manager oder Pressesprecher Karriere machen.

Auch die Tourismusbranche bietet berufliche Chancen für Sportfreaks: Ferienclubs suchen Reit-, Tennis- und Tauchlehrer. Auch Bogenschützen und Golfpros sind gefragt. Für die Arbeit bei Club Med oder Robinson sollte man ein geselliger und kommunikativer Typ sein. Auch zusätzliche Fähigkeiten wie Singen oder ein Instrument spielen sind gefragt. Spezielle Reisebüros bieten Ausflüge zu Wettkämpfen und Großveranstaltungen wie die Olympischen Spiele, Marathonläufe und Weltmeisterschaften an.

Wie Sie sehen, gibt es ganz unterschiedliche Bereiche, in denen Sie Ihre Begeisterung für Sport und Bewegung gewinnbringend einsetzen können. Dabei reicht es natürlich nicht aus, schnell laufen, hoch springen oder gut Fußball spielen zu können. Für die meisten Jobs benötigen Sie zusätzliches betriebswirtschaftliches, medizinisches oder naturwissenschaftliches Wissen. Manchmal kommt es darauf an, gut reden zu können, gute Kontakte oder eine flotte Schreibe zu haben.

Über dieses Buch

Sie möchten wissen, wie man mit Sport, Gesundheit und Bewegung Geld verdient? Der 1. Teil des Buchs präsentiert Ihnen Jobs für Sportfreaks und Leute, die sich gern bewegen. Dabei haben wir darauf geachtet, überwiegend Berufe zu präsentieren, für die Sie nicht unbedingt eine formale Ausbildung oder ein Studium benötigen. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie keinerlei Fachkenntnisse brauchen. In den meisten Fällen werden Sie sehr viel dazu lernen müssen. Ob Sie dafür jedoch (noch einmal) eine Ausbildung machen oder eine Universität besuchen, liegt ganz an Ihnen. In jedem Fall finden Sie Hinweise, wo es das nötige Zusatzwissen gibt und wie Sie Ihre Fähigkeiten ausbauen können.

Die vorgestellten Tätigkeiten werden durch konkrete Beispiele und Interviews mit Leuten aus der Praxis illustriert. Dabei bietet sich natürlich nicht jeder Beruf für jeden an: Wer gerne und viel Fitness-Sport treibt, wird kaum eine Karriere als Reit- oder Tennislehrer ins Auge fassen. Daher haben wir immer ein besonderes Augenmerk auf die Frage gelegt: Wie haben die Sportler ihr Hobby zum Beruf gemacht? Was muss man beim Einstieg in die Branche beachten? Wie haben die Leichtathleten, Marathonläufer, Fußball-, Basketball und Fitness-Begeisterten sich zusätzliches Wissen angeeignet? Und welche Tipps geben sie anderen? So können Sie in jedem Beispiel auch Hinweise für Ihre eigene Karriere finden.

Neben dem Profisport stellen wir Ihnen sportliche Karrieren in folgenden Bereichen vor:
- Sportvereine
- Sport & Tourismus
- Sport & Medien
- Sportindustrie
- Dienstleistungen für Sportler
- Sportanlagen
- Gesundheit, Fitness & Wellness

Tipps von Experten, Literaturangaben, Adressen und Informationen runden den 1. Teil ab.

Die vorgestellten Berufe dürfen jedoch über eins nicht hinwegtäuschen: Keins der Beispiele erspart es Ihnen, sich über den Job, der zu Ihnen passt, eigene Gedanken zu machen. Im 2. Teil finden Sie daher einen Workshop, mit dem Sie sich ein individuelles Berufsziel erarbeiten können. Schritt für Schritt zeigen wir Ihnen, wie Sie klar über Ihre Fähigkeiten und Motivationen nachdenken können.

Egal für welchen Beruf Sie sich nach der Lektüre entscheiden: ein neues berufliches Projekt anzuschieben kostet Zeit. Das kann für Sportverrückte schnell zum Problem werden, der Trainingsplan konkurriert mit dem beruflichen Terminkalender. Daher geht es im Schlusskapitel um Zeitmanagement für Sportler. Wir klären, wie Sie es schaffen, Ihr tägliches Trainingspensum mit der Karriere zu verbinden.

Die Arbeitswelt von heute ist voll von Anglizismen. Niemand bemüht sich mehr, Ausdrücke wie Personal Trainer oder Spinning zu übersetzen. Weil nicht jeder alles wissen kann, finden Sie im Anhang ein kleines Wörterbuch für die im Text gebrauchten Begriffe.

Sie können das Buch hier bestellen oder im Buchhandel kaufen.
(ISBN 3-593-36548-0, Campus Verlag)

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