Von der Top-Managerin zur Schuhmacherin

Von der Top-Managerin zur Schuhmacherin: Gabriele aus Berlin

In Sachen Beruf und Karriere ist Gabriele eigentlich eine Überfliegerin. Sie ist Managerin, Managementberaterin und eine der wenigen Frauen, die es in den Vorstand eines globalen Industrieunternehmens geschafft haben. Beziehungsweise hätten.

Denn kurz vor diesem letzten ganz großen Karriereschritt fällt sie eine folgenreiche Entscheidung. Sie kommt zur Berufsberatung und entschließt sich, ihren Beruf zu wechseln und Schuhmacherin zu werden. Ihr ist nach etwas Neuem, nach einem neuen beruflichen Ziel, weniger Büro, weniger Excel, weniger Meetings. Stattdessen zieht es sie zu Mode, Kreativität und Handwerk - vielleicht auch zu hochwertigen Ergebnissen, die direkt sichtbar und anfassbar werden. Die Möglichkeit am Wohnort zu arbeiten und geregelte Arbeitszeiten im neuen Beruf versüßen das ganze.

Die Berufswechslerin geht bei einer Schuhmacherin in die Lehre. Maßschuhe – keine Reparaturen. Die Reaktionen ihrer Umgebung auf den Berufswechsel sind… nun ja… vielfältig. Es beginnt mit „Waaas?! Du machst eine Lehre als Schuster? Das ist ja pervers!“ bis zu Verzückungsrufen und schlichten WOWs. Mann und Sohn aber finden den Berufswechsel großartig. Um den Lebensunterhalt in der Lehrzeit zu sichern, arbeitet Gabriele ein paar Tage im Monat zusätzlich als Unternehmensberaterin. Das ist die Übergangszeit vom alten Beruf zum neuen Beruf.

Doch dafür gibt es immer weniger Zeit: Gabriele wird Partnerin der Maßschuhmacherei, die Schuhwerkstatt platzt aus allen Nähten und zieht um. Ein alter Späti wird stilgerecht renoviert. Der neue Beruf bekommt ein neues Zuhause.