Von der Journalistin zur Försterin

Vorher-Nachher

Von der Journalistin zur Försterin - Berufsberatung mit Uta Glaubitz
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Von der Journalistin zur Försterin: Heide aus Köln

Manche Berufswechsel sind sanft, manche Berufswechsel eher spektakulär: Heide hat Politik und Geschichte studiert, hatte verschiedene Jobs und arbeitet schließlich als Chefin vom Dienst bei einer Autozeitschrift. Kein schlechter Job, aber nicht unbedingt ein Traumberuf für Heide. Im Berufsfindungsseminar beschließt sie, den Bürostuhl gegen einen Sitz im Geländewagen einzutauschen. Ihr neuer Berufswunsch heißt: Försterin. Erst bittet sie ihre Freunde, nicht über den neuen Berufswunsch zu lachen. Das stellt sie aber bald ein, weil ohnehin keiner lacht.

Um die ersten Schritte im neuen Beruf zu wagen, kontaktiert sie mehrere Revierförster und Försterinnen. Alle sind freundlich, offen und bieten ihr an, den Beruf näher kennen zu lernen. Heide kauft sich Gamaschen und Trekkingstiefel. Nur mit Jeans kommt man nicht gut durchs Unterholz (ein Berufswechsel kann durchaus mit einem Garderobenwechsel verbunden sein).

Wenige Wochen nach dem Berufsfindungsseminar begleitet Berufswechslerin Heide mit 38 Jahren zum ersten Mal für 3 Tage eine Försterin im Wald. Die ist selbst Quereinsteigerin und zeigt ihr, wie man eine Durchforstung angeht, Rückegassen auszeichnet, Vollernter einsetzt (Maschinen, die Bäume packen, absägen, umknicken und zersägen können). Und auch, wie man die Spuren der großen Maschinen im Wald wieder beseitigt. „Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, ich kann richtig arbeiten, der Job macht Spaß, und ich kann eine Sache von A bis Z durchziehen. Es klingelt nicht dauernd das Telefon, und es wollen auch nicht 20 Redakteure gleichzeitig etwas von mir. Den Duft und die Geräuschkulisse des Waldes gibt’s im Försterberuf gratis dazu“, so lautet Heides Beschreibung ihres neuen Berufsalltags.

Das nächste Praktikum verspricht noch ein Highlight: Zum Försterberuf gehört auch ein Hund. Zum Glück ist der Praktikumsförster in der Jagdhundausbildung aktiv. Heide lernt von ihm, wie sie ihren Hund später ausbilden kann. Sie bekommt ihren Studienplatz und zieht für ihren neuen beruflichen Plan nach Göttingen.

Ihr erstes Semester schließt sie als Jahrgangsbeste ab. Daraufhin schlägt der Studiendekan die Berufswechslerin für ein Stipendium vor, für das sie eigentlich zu alt ist. Heide arbeitet inzwischen als Tutorin für Biometrie an der Fachhochschule. Wegen guter Noten erhält sie außerdem 500 Euro vom Land Niedersachsen – eine kleine Unterstützung für ihren Berufswechsel. Im Jahr darauf ebenso: „Aufgrund Ihrer herausragenden Leistungen im Studium und Ihres besonderen sozialen Engagements“, wie es in der Begründung heißt. Für Heide ein Zeichen, dass sie auf dem goldrichtigen Berufsweg ist.

Heide macht ihren Jagdschein und schreibt ihre Bachelorarbeit. Beide Prüfer sind sich einig: Eins Komma Null. Das ist nicht ungewöhnlich: Berufswechsler sind oft besser beim zweiten Studium, weil sie motivierter sind - und erwachsener.

Danach absolviert Heide ihren zwölfmonatigen Anwärterdienst in Bayern. Die Anwärterprüfung besteht sie als Jahrgangsdritte. Fünf Jahre nach dem Seminar ist die Berufswechslerin Beamtin auf Probe und arbeitet als Forstoberinspektorin bei der Bayerischen Forstverwaltung.

Nach dem gelungen Berufswechsel ist nun endlich auch der vierläufige Jagdgefährte und Tiroler Brackenrüde Alex an ihrer Seite. Auch das eine Folge des Berufswechsels.