Von der Labormaus zur Tierärztin

Vorher-Nachher

Von der Labormaus zur Tierärztin: Franziska aus Karlsruhe

Manchmal kann man einen ungeliebten Beruf upgraden, um anspruchsvollere Aufgaben zu bekommen, mehr Sinn in der Arbeit zu sehen oder mehr zu verdienen. Franziska macht dabei einen riesigen Schritt: Als sie mit Ende 20 zur Berufsberatung kommt, ist sie in ihrer Wahrnehmung am Ende ihrer beruflichen Karriere angelangt.

Nach ihrer Ausbildung zur Medizinisch-Technischen Assistentin war sie in einem Labor gelandet. „Im Labor des Grauens“ – so ihre Worte zu Beginn der Berufsberatung. Viel Arbeit für wenig Geld. Aber noch schlimmer: Keinerlei Entwicklungsmöglichkeit. Und keine Aussicht darauf, jemals Spaß an der Arbeit zu haben. Nicht viel für jemanden, der ein bisschen Grips im Kopf hat und beruflich etwas erreichen will.

Später – lange nach der Berufsberatung – konnte sich Franziska vor allem an einen Satz aus dem Gespräch erinnern: „Franziska, landen Sie mal mit beiden Füßen auf diesem Planeten.“ Denn genau das hat sie getan: Sie hat ihren Job im Labor gekündigt und sich einen Studienplatz Tiermedizin in Gießen besorgt. Über die Wartesemester war der NC leicht zu knacken.

Auch von offizieller Seite kam Unterstützung für den Berufswechsel. Aber nicht ohne Kampf: Zunächst wurde ihr BAFöG-Antrag abgelehnt, später ging es doch. Erst waren hundert Leute vor ihr auf der Warteliste für eine kleine Wohnung im Studentenwohnheim – irgendwann ging es doch. Am Ende ist auch beim Berufswechsel das Glück mit den Tüchtigen.

Berufsupgraderin Franziska fängt an zu studieren und schickt eine Mail: „Gestern haben wir das erste Mal ganze Tiere seziert. Nach Unterdrückung des anfänglichen Brechreizes war es sehr interessant. Doch, ich bin rundrum zufrieden gerade! Man denkt auch gar nicht, was das für Energien freisetzt, obwohl man sich erstmal von dem ganzen Veränderungsprozess nur noch kaputt, fertig und ausgelaugt gefühlt hat!“