Von der PR-Dame zur Journalistin

Vorher-Nachher

Von der PR-Dame zur Journalistin: Ricarda aus Bonn

Ricarda hat Politik und Geschichte studiert, ihre Bachelor-Arbeit zu Antisemitismus im Kaiserreich geschrieben und im Master zu Studentenaustausch im Dritten Reich geforscht.

 Zum Thema Beruf kann man es so vielleicht nachträglich zusammenfassen: Ricarda möchte gern Journalistin werden, landet aber irgendwie auf einer PR-Stelle. Obwohl sie das gar nicht so schlecht findet, verdreht ihre Berufsberaterin die Augen.

 Also bewirbt sich Ricarda bei zwei Journalistenschulen. Prompt sagt eine zu, und Ricarda beginnt ihr Volontariat bei einer Presseagentur in Bonn. Und dann passiert etwas Furchtbares.

Ricarda ist gerade ein paar Tage in der Redaktion, da sagt die zweiten Journalistenschule zu. Diesmal ist es die Axel-Springer-Akademie. Also schnell die Berufsberaterin angerufen, um die Optionen zu diskutieren (siehe Foto in der Enoteca La Cantina in Köln).

Die ist überzeugt, dass man zu diesem Angebot nicht Nein sagen kann. Und so lautet die Entscheidung: Um den Platz an der Axel-Springer-Akademie anzunehmen, muss Ricarda kündigen.

 Eine Kündigung ist so eine Sache. Manchmal weiß man, dass es nötig ist. Aber man macht sich einen wahnsinnigen Kopf.

So auch Ricarda. Ihre Berufsberaterin redet ihr gut zu und behält am Schluss recht.

Hier ist Ricardas Mail nach der Kündigung:

"Liebe Uta Glaubitz,

dem Chef vom Dienst habe ich gestern meine Kündigung angetragen. Und Sie hatten Recht - es war viel einfacher als erwartet! Er schien gar nicht so überrascht, hat mit mir die Details besprochen und raus war ich. Auch dem für mich zuständigen Ressortleiter habe ich natürlich von der Sache erzählt und seine Reaktion war so erleichternd! Er wollte nicht fassen, dass ich gehe, aber er hat meine Entscheidung respektiert. Wir sind zusammen zur Konferenz und aus der Redaktion und ich musste gar nicht alleine durch die Gänge schleichen, wie ich ängstlich vermutet hatte. Also den Zauber einer Kündigung - den habe ich gestern ein bisschen verspürt. Und davor habe ich so ein Theater gemacht. Nicht zu fassen..

Liebe Frau Glaubitz, ich freue mich, Sie bald wieder zu sehen! Einen schönen Advent Ihnen!

Ricarda"