Von der Psychologin zur Maskenbildnerin

Von der Psychologin zur Maskenbildnerin: Susanna aus Basel

Was ist ein guter Beruf? Ein guter Beruf hat etwas mit einem zu tun. Er reflektiert die eigenen Wünsche, Interessen und Motive. Nicht jedes einzelne Motiv, aber doch ein wichtiges. Oder anders: Ein Beruf ist dann ein guter Beruf, wenn man auch an schlechten Tagen noch von seiner Sache überzeugt ist. Susanna ist 38 Jahre alt und arbeitet als Psychologin beim schweizer Gesundheitsamt. Jahrelang hauptsächlich Büroarbeit – nicht das, was die Schweizerin mit italienischem Vater sich beruflich wünscht. In der Berufsberatung entschließt sie sich, ihren Beruf zu wechseln und Maskenbildnerin zu werden.

Weil sie für den neuen Berufswunsch lernen muss, Frisuren zu machen, absolviert Susanna eine sechsmonatige schulische Ausbildung an der Friseurschule in Lörrach. Anschließend beginnt sie ihre Ausbildung zur Maskenbildnerin am Stadttheater St. Gallen.

Dort betreut sie in der Maske Inszenierungen wie Carmen (Oper), Eugen Onegin (Oper), Flashdance (Musical), Ronja Räubertochter (Schauspiel für Kinder), McBeth (Oper). An der Freilichtbühne der Thunerseespiele schminkt die Berufswechslerin für den Besuch der alten Dame (Musical). Sehr unterschiedliche und sehr wichtige Erfahrungen für den neuen Beruf.

Nach 3 Jahren bereitet Susanna ihre Abschlussprüfungen vor: Theorie in Stilkunde, Kunstgeschichte und dramatischer Literatur. Darauf folgen 2 lange Tage mit 9 Aufgaben, darunter eine Charaktermaske, eine Fantasiemaske und ein Totenschädel. Die neue Tätigkeit ist anspruchsvoller, hintergründiger, kreativer und künstlerischer als der alte Job am Schreibtisch.

Susanna besteht ihre Abschlussprüfung zur Maskenbildnerin und wechselt in ihrem neuen Beruf ans Theater Basel. Das größte Dreispartenhaus der Schweiz beherbergt Oper, Theater und Ballett. Ihre erste Produktion im neuen Job ist die Oper Romeo und Julia.